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Dipl.-Ing.
Thorsten
Schuchardt
Das Japanische Denken ist
näher an der Natur orientiert wie bei uns
Europäer. Die Gärten zeigen auch einen
maßgeblichen Einfluss von der chinesischen
Lehre Feng Shui. Die Japaner haben Ehrfurcht
vor der Natur,-ev. wegen Naturkatastrophen in
der Vergangenheit. Wie ist nun solch ein Garten
in der Planung und Ausführung aufgebaut?
Japanische Gärten sind vollends, bis ins Detail
geplant. Wenn Sie sich einen
japanischen Garten anschauen, werden Sie nie
einen geraden Weg finden. Immer wieder gibt es
Nischen und Plätze zum verweilen, um den Garten
auf sich wirken zu lassen. Man macht zahlreiche
Entdeckungen und dem Betrachter entstehen immer
wieder neue Gartenperspektiven.
Vier Elemente bestimmen den japanischen
Garten:
Stein, Wasser, Moss,
Baum.
Durch geharkte Linien im Kies werden Wellen des
Wassers vorgetäuscht. Das Moos hält
Feuchtigkeit am Boden und bedeutet zugleich
Alter, was in Japan dadurch gleichzeitig Ehre
bedeutet. Bäume sind das Symbol für Leben. Je
nach gwünschtem Effekt können auch Bonsai
eingestz werden. mPflanzen sind meistens
Deutungen zugeordnet, wie z.B. der Kiefer,
welche ja sehr langlebig ist, gilt als
beständig und wird im japanischen mit
"matsu"(warten) bezeichnet.Das japanische Wort
für Blumen lautet "hana",
was auch Schönheit heißen kann. "Nadeshiko"
bezeichnet sowohl wilde Nelken als auch junge
Mädchen.
Berühmt sind Daisen-in mit seinem trockenen
Wasserlauf und den Sandkegeln und besonders
Ryoan-ji mit seinen sorgfältig komponierten
Steininseln auf geharktem Sanduntergrund. Ein
Garten, der von Offenheit, Weite und Asymmetrie
bestimmt ist, obwohl er nicht viel größer ist
als ein gewöhnlicher Tennisplatz. Durch den
radikalen Verzicht auf Pflanzen (nur ein wenig
Moos um die Steine herum wird zugelassen)
bekommt die Anlage etwas Zeitloses,
Abstraktes.
Im Zusammenhang mit der Teezeremonie entwickeln
sich nun auch Teegärten, die ganz eigene
rituelle Aufgaben übernehmen. Rund um das
Teehaus gilt es, eine Atmosphäre von
Abgeschiedenheit von der Welt zu erzeugen, so
dass die Teegäste zur Ruhe kommen können. Eine
Wartebank und ein Wasserstein zum Reinigen der
Hände gehört ebenso dazu wie das Tor, durch das
man in den Teegarten eintritt und damit alles
Weltliche hinter sich zurücklässt. Die
Bepflanzung mit dichtem Bambus oder
Sträuchern erzeugt den beabsichtigten Eindruck
von Wildheit und Ursprünglichkeit.
Sie sehen, wie vielfältig Gartengestaltung sein
kann und daß es sich unbedingt
lohnt, mal über den Tellerrand hinaus zu
schauen...Viele deutsche Städte haben eine
japanischen Garten,-so z.B. Leverkusen,
Erfurth, Augsburg, Kaiserslautern.
Wer einen japanischen Garten haben möchte, muss
sich also intensiv mit diesem Thema
auseinandersetzen.
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